Helmut Kohl: Eine politische Biographie (German Edition)

By Hans-Peter Schwarz

Die erste große politische Biographie über Helmut Kohl

Der identify Helmut Kohl beschäftigt die Deutschen noch immer. Für die einen bleibt er der Kanzler der Einheit, für die anderen ist er ein egozentrischer Machtmensch, dessen identify mit der größten deutschen Spendenaffäre verknüpft ist und der nicht nur seine eigene Partei, sondern auch seine Familie schwer beschädigt hat. Kohl, der Riese aus einer vergangenen Epoche, ist die größte lebende historische Figur der Bundesrepublik, die zugleich die stärksten Emotionen hochkochen lässt.

Der bekannte Zeithistoriker und Biograph Hans-Peter Schwarz hat nun die erste umfassende politische Biographie zu Helmut Kohl auf foundation umfangreichen und unveröffentlichten Quellenmaterials geschrieben. Ihm gelingt ein großes Lebens- und Zeitpanorama jenes Mannes, der die politischen Umbrüche am Ende des 20. Jahrhunderts so stark wie kaum ein anderer mitgeprägt hat. Gemeinsam mit Staatsmännern wie Michail Gorbatschow, George Bush sen. oder Deng Xiaoping hat Kohl Weltgeschichte geschrieben, gleichzeitig ist sein identify mit zahlreichen Affären und innenpolitischen Fehlentscheidungen verbunden. Alles an ihm hat eben riesenhafte Dimensionen – seine Verdienste ebenso wie seine Irrtümer, die auch in unsere Zeit hineinragen.

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April der Stichtag festgeklopft, an dem nicht mehr zu rütteln sein wird. In der Tat gehen die Übersiedlerzahlen schlagartig zurück. Der Dampf ist für kurze Zeit abgelassen. Aber alle Beteiligten wissen, daß nur eine aufschiebende Wirkung erzielt ist. Sollte der Stichtag 1. Juli, aus welchen Gründen auch immer, in Zweifel gezogen werden, so wird der Übersiedlerstrom sofort wieder einsetzen. Außerdem droht eine noch größere Gefahr: der Zusammenbruch erheblicher Teile der DDR-Wirtschaft mit vorhersehbar verheerender Massenarbeitslosigkeit, sobald die D-Mark zum alleinigen Zahlungsmittel wird und die marktwirtschaftlichen Reformen greifen.

Auferstehung: die Bundestagswahl 1994 Nie zuvor lag Kohl noch zu Beginn eines Wahljahrs so weit abgeschlagen zurück. Wie hat er sich zum allgemeinen Erstaunen nochmals aus dem tiefen Loch emporgearbeitet? Darauf gibt es viele Antworten. Erfolg oder Mißerfolg hängen stets von verschiedensten Faktoren ab, die nur schwer prognostizierbar sind. Wahlentscheidend aber ist auch diesmal wieder: Kohl ist der gefährlichste Wahlkämpfer seit den fernen Tagen Konrad Adenauers. 1994 macht er alles richtig, was once er kurz zuvor falsch gemacht oder versäumt hat.

Schließlich ist noch ein weiteres Hauptmerkmal dieser Monate auffällig, in denen Kohl, der sonst eher bedächtig operiert, eine für seine Verhältnisse geradezu unglaubliche Beweglichkeit an den Tag legt. Er steht emotional gewissermaßen ununterbrochen unter Starkstrom. Daß er ein nur mühsam kontrolliertes Temperament hat, daß er aufbrausend ist, mitfühlend, rachsüchtig, spontan und was once sonst der Widersprüchlichkeiten noch mehr sind, wissen alle, die näher mit ihm zu tun haben. Jetzt aber wirken Emotionen auf ihn ein, die für einige Monate ganz Deutschland und ganz Europa erfassen.

Eine schwarze Finanzgeschichte, Stuttgart 2002, S. 60–75). Die Einseitigkeit besteht darin, daß Dreher, ein guter Kenner der Bonner Szene, seine moralische Entrüstung quickly ausschließlich auf Kohl und die CDU richtet, dabei wohl wissend, daß diese ähnlich lichtscheue Finanzierungspraktiken pflegte wie auch die mit ihr konkurrierenden Parteien. Das entschuldigt Gesetzesverstöße der Unionsparteien nicht, erklärt aber, weshalb sie aus einer paintings Notstand aufgrund der Parteienkonkurrenz daraus die Rechtfertigung dafür ableiteten.

Kohl erhält die Empfehlung, den Vorsitz der CDU/CSU-Fraktion aufzugeben, um sich, wie Biedenkopf fürsorglich formuliert, ganz auf die Führung der Bundespartei zu konzentrieren. Falls er sich weigern sollte, wird in verschachtelten Formulierungen mit einer Gegenkandidatur auf dem CDU-Bundesparteitag im kommenden Frühjahr gedroht. Im Begleitbrief bezeichnet Biedenkopf diesen Frontalangriff auf Kohl als Beratungsgrundlage für das Parteipräsidium. Rasch stellt sich heraus, daß Kohls ehemaliger Generalsekretär bei diesem erstaunlich naßforschen Vorstoß einen Verbündeten hat: Heinrich Köppler.

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